Bilinguale Grundschule Englisch - eine von 20 Modellschulen in Bayern

Mit Beginn des Schuljahres 2015/16 wird die Grundschule Großberg ihr Schulprofil um das Profil „Bilinguale Grundschule Englisch" erweitern. Als eine von zwei Schulen in der Oberpfalz und als einzige Schule im Schulamtsbezirk Regensburg bekam die Grundschule Großberg die Zusage für den Start eines neuen Schulver-suchs. Die Laufzeit des Schulversuchs dauert vier Schuljahre, also bis Schuljahr 2018/19. Ziel des Schulversuchs ist es, Motivation und Lernbereitschaft der Kinder für das Fremdsprachenlernen durch ein entsprechend frühes Fremdsprachenan-gebot zu nutzen und weiter zu entwickeln. Daraus sollen Erfahrungen für den weiteren Ausbau der bilingualen Angebote in Bayern abgeleitet werden. Die Eltern der künftigen Erstklässler an der Grundschule Großberg, haben nun die Möglichkeit, zwischen der Regelklasse und der „Englischklasse" zu wählen. In dieser „Englischklasse" erfolgt die Durchführung des Unterrichts in englischer Sprache in den Fächern Kunst, Musik und Sport, daneben aber auch bei geeig-neten Themen im Heimat- und Sachunterricht – selbstverständlich in kindgerech-ter, kompetenter Art und Weise. Dieser „Rote Faden" zieht sich dann bis ein-schließlich der 4. Klasse durch. Der Deutschunterricht kommt dabei aber keines-falls zu kurz. Das Interesse der künftigen Erstklasseltern an diesem Schulversuch ist überwäl-tigend. Schulleitung, Kollegium, Elternbeirat und als Sachaufwandsträger die Gemeinde Pentling standen hinter der Bewerbung der Grundschule Großberg für den Schulversuch „Bilinguale Grundschule Englisch". Rektorin Michaela Halter freut sich als ehemalige Fachberaterin und langjährige Fortbildungsreferentin für Englisch in der Grundschule besonders über diese neue Herausforderung. Der Modellversuch „Bilinguale Grundschule Englisch" ist ein Projekt der Stiftung Bildungspakt Bayern gemeinsam mit dem Bayerischen Staats-ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Die wissenschaft-liche Begleitung des Schulversuchs erfolgt durch die Universität Eichstätt.

 

Interview mit der MZ

GROSSBERG. Zweisprachig ab dem ersten Schultag. Die Grundschule (GS) Großberg eine von 20 Modellschulen in Bayern wird „Bilinguale Grundschule Englisch". „Jedoch nicht sofort die ganze GS. Begonnen wird mit einer der beiden ersten Klassen dämpft Rektorin Michaela Halter die Erwartungen und nimmt so manchen Eltern die Ängste, sie können ihren Kindern bei den Hausaufgaben nicht mehr helfen. Die Grundschule Großberg wird ihr Schulprofil um das Profil „Bilinguale Grundschule Englisch" erweitern. Als eine von zwei Schulen in der Oberpfalz und als einzige Schule im Schulamtsbezirk Regensburg bekam die Grundschule Großberg die Zusage für den Start eines neuen Schulversuchs. Die Laufzeit des Schulversuchs dauert vier Schuljahre, also bis Schuljahr 2018/19. Ziel des Schulversuchs ist es, Motivation und Lernbereit-schaft der Kinder für das Fremdsprachenlernen durch ein entsprechend frühes Fremdsprachenangebot zu nutzen und weiter zu entwickeln. Daraus sollen Erfahrungen für den weiteren Ausbau der bilingualen Angebote in Bayern abgeleitet werden.

 

Die Eltern der künftigen Erstklässler an der Grundschule Großberg, hatten die Möglichkeit, zwischen der Regelklasse und der „Englischklasse" zu wählen. In dieser „Englischklasse" erfolgt die Durchführung des Unterrichts in englischer Sprache in den Fächern Kunst, Musik und Sport, daneben aber auch bei geeigneten Themen im Heimat- und Sachunterricht – selbstverständlich in kindgerechter, kompetenter Art und Weise. Dieser „Rote Faden" zieht sich dann bis einschließlich der vierten Klasse durch. Der Deutschunterricht kommt dabei aber keinesfalls zu kurz.

Schulleitung, Kollegium, Elternbeirat und als Sachaufwandsträger die Gemeinde Pentling standen hinter der Bewerbung der Grundschule Großberg für den Schulversuch „Bilinguale Grundschule Englisch".

Rektorin Michaela Halter freut sich als ehemalige Fachberaterin und langjährige Fortbildungsreferentin für Englisch in der Grundschule besonders über diese neue Herausforderung. Der Modellversuch „Bilinguale Grundschule Englisch" ist ein Projekt der Stiftung Bildungspakt Bayern gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Die wissenschaftliche Begleitung des Schulversuchs erfolgt durch die Universität Eichstätt.

Die GS entwickelt sich immer weiter. Vor Jahren beteiligte sie sich am Comeniusprojekt, dann stand der Schulversuch GribS im naturwissenschaftlichen Bereich an. Im Zuge dieses Schulversuchs entstand das von den Kindern heißgeliebte Forscherlabor.

MZ: Frau Halter, wie ist es Ihnen gelungen, diesen Modellversuch nach Großberg zu holen?

Halter: Da ich selbst in der 2. Klasse in der Grundschule in Ziegetsdorf jede Woche ein bisschen Englisch lernen durfte, weiß ich, wie sehr eine frühe Begegnung mit einer Fremdsprache prägend sein kann. Diese enge Beziehung zu dieser Fremdsprache zog sich durch über das Abitur in Englisch bis hin zu meiner Tätigkeit als Multiplikatorin und Fachberaterin für Englisch in der Grundschule.

Meinen Grundschulkindern möchte ich auch diese Erfahrung ermöglichen.

Also habe ich meine Überzeugungskraft daran gesetzt, die entsprechenden Gremien dazu ins Boot zu holen.

Persönlich freue ich mich riesig auf die Zeit des Schulversuchs. Es handelt sich um ein zukunftsweisendes Pilotprojekt für die öffentlichen Schulen. Und wir sind dabei!

MZ: Was versprechen Sie sich davon?

Halter: Gerade in der heutigen Zeit mit Globalisierung und Technisierung sind Fremdsprachenkenntnisse vorzugsweise in Englisch unerlässlich. Sprachwissenschaftliche Studien zeigen, dass ein möglichst früher Beginn beim Erlernen von Fremdsprachen sich auch auf die Entwicklung des Gehirns positiv auswirkt. Insbesonders das Bilinguale Lernen, also das gleichzeitige Lernen in zwei Sprachen, hat hier einen wesentlichen Anteil. Beim Bilingualen Lernen geht es um die Inhalte, die in zwei Sprachen vermittelt werden und nicht um das klassische Erlernen der Fremdsprache durch „Pauken“ von Grammatik und Wortschatz. Neueste Forschungsergebnisse ergeben, dass Menschen mit bilingualem Hintergrund erst um ca. 4 Jahre später an Alzheimer erkranken können als Menschen ohne bilingualem Hintergrund. Dies gilt übrigens auch in abgewandelter Form für Menschen, die Hochsprache und Dialekt beherrschen. Auch hier geht es um das permanente „Umschalten“ des Gehirns von einer Sprache in die andere.

MZ: Wie ist die Resonanz der Eltern?

Halter: Die Resonanz der Eltern reichte von ablehnend bis begeistert. Es ist alles sehr ungewohnt. Die Zeit wird jedoch für sich sprechen.

MZ: Können alle interessierten Kinder dieses Angebot nutzen?

Halter: Die Eltern hatten die Wahlmöglichkeit zwischen Regelklasse und Englischklasse. Dadurch ist sichergestellt, dass niemand zu etwas gezwungen wird, was er nicht möchte. Die Englischklasse besuchen nun die Kinder, deren Eltern dies für ihr Kind geeignet halten und voll hinter dem Schulversuch stehen.

MZ: Hat diese Zweisprachigkeit Folgen für spätere Übertrittsklassen in weiterführende Schulen?

Halter: Man wird die Entwicklung beobachten und das Projekt weiterentwickeln. Da das bilinguale Lernen aber nicht wie das klassische Fremdsprachenlernen abläuft, gibt es nach Aussagen der Sprachwissenschaft keine dauerhaften „Nachteile“ für Kinder, die nicht bilingual lernen.

MZ: Können damit öffentliche Schulen den Run auf freie Schulen (z.B. Montessori, Waldorf oder internationale Schulen) einbremsen?

Halter: Bei den Privatschulen geht es vor allem auch um besondere pädagogische Konzepte, die für die Eltern wichtig sind. Im Hinblick auf internationale Schulen stellt das bilinguale Lernen in öffentlichen Grundschulen sicher eine wichtige Alternative dar.